Ammonit


Wir befinden uns am Anfang des 3. Jahrtausends. Über 7 Mrd Menschen bevölkern die Erde.

 

Blickt man allerdings ca 100 Mio Jahre zurück, sucht man den Homo sapiens auf der Erdoberfläche vergebens. Das Leben spielte sich hauptsächlich noch unter der Wasseroberfläche ab.

Wo vor Millionen Jahren Ozeane die Kontinente umbrandeten, breiten sich heute Wüsten, Wälder Berge und Täler aus. Verwitterung schleift die einstigen Kalkbänke der Lagunen und ihre versteinerten Zeugen der Vergangenheit treten an das Tageslicht zurück...

Der Mensch, Jäger und Sammler, entwickelte schon bald grosses Interesse für die fossilisierten Überreste der Zeit, waren sie doch von vielen ungelösten Rätseln und Mythen umgeben. Beliebtestes Objekt des Sammlerergeizes bei Fossilienfreunden sind wohl Ammoniten, die sich schon durch ihr ästhetisch ungemein anziehendes Gehäuse abheben.


 

Namengeber dieser ausgestorbenen Spezies war der ägyptische Sonnengott Ammon Ra, der selbst in Widdergestalt, mit "Ammonshörnern" besetzt, auftrat.

Ammoniten, von denen ca. 1500 verschiedene Gattungen bekannt sind, gelten gemeinhin als Leitfossilien, da sich aufgrund ihrer Gehäusemerkmale das Alter der Fundschicht bestimmen lässt. Die Versteinerungen dieser Kopffüssler (Tintenfische) sind weltweit verbreitet und lassen auf ihre Existenz zwischen dem unteren Devon bis zur Oberkreide schliessen (500-65 Mio. Jahre).

Ammoniten ähneln äusserlich etwas dem Haus der bekannten Tellerschnecke. Schleift man aber die obere Schalenschicht weg, so erkennt man, wie das Gehäuse aus zahlreichen Kammern zusammengesetzt ist, die durch einen, am Aussenrand verlaufenden Kanal (Sipho) in Verbindung stehen.




Ursprünglich war das Tier auf dem Boden der innersten, kleinsten Kammer festgeheftet; mit zunehmendem Wachstum rückte es immer weiter nach vorn und bildete durch Kalkausscheidungen seines Mantels die Schale und Scheidewände der Kammern.

Der Tintenfisch blieb mit seinem hinteren Ende in der Anfangskammer haften und wurde allmählich zu einem häutigem Strang ausgezogen, der alle Kammerwände durchdringt und in Form des oben erwähnten Siphos versteinert vorliegt.

Die Ammoniten, die bis zu 3 Metern gross werden konnten, hatten ihre Blütezeit im Jura und der Unteren Kreide. Mit dem Beginn der Oberkreide, also vor ca. 100 Mio Jahren, begann sich der Lebensraum durch das zurückgehende Wasser zu verknappen.

Die Evolution brachte natürliche Feinde hervor, Fische und schwimmende Saurier machten Jagd auf den trägen Meeresbewohner.

Weiträumige Klimaveränderungen und der Kampf um Nahrung liessen vor 65 Mio. Jahren die Lebenskraft der Ammoniten erlöschen. Nur ein einziger Vertreter dieser Gattung überlebte diese Verkettung unglücklicher Umstände - der im Indischen Ozean beheimatete Nautillus. 









Sein grösster natürlicher Feind ist der Mensch...