Santana Formation



Mitte letzten Jahres hat sich eine interessante Zusammenarbeit mit der Familie Schwickert aus der Nähe von Kaiserslautern ergeben. Michael ist ein bekannter Paläontologe und Präparator, der  sich seit etwa 20 Jahren speziell mit den Fischen der Santana Formation befasst. Seine über 30-jährige Erfahrung im Umgang mit fossilen Funden lässt er in seine Arbeit als Präparator einfliessen. Der gebürtige Frankfurter hat zusammen mit seiner Frau Annesuse die Santana-Fische aus Brasilien zu einem - seinem - Markenzeichen gemacht.


Die Fundschicht, in der die Versteinerungen dieser Süss- und Brackwasserfische aus der Unteren Kreide auftauchen, heisst Romualdo Member Layer. Ein Teil der 200 Kilometer weiten Santana Formation, die sich in der Provinzt Ceara, im äusseren Nordosten Brasiliens befindet. Sie wurde 1817 von bayerischen Wissenschaftlern bei einer österreichischen Brasilien-Expedition entdeckt. Noch nie hat man eine solche Artenvielfalt in sehr guter Erhaltug vorher gesehen, und viele der Fossilien wurden erstmalig dort beschrieben. 

Neben den Fischen kamen nach und nach Flug- und andere Saurier, Amphibien und Reptilien, Skorpione, Spinnen, Insekten und Pflanzen - vornehmlich Farne - zum Vorschein. Sehr schnell hat sich die neue Fundstelle in den Fachkreisen herumgesprochen - Die Santana Formation mit ihren aussergewöhnlich gut erhaltenen Fossilien erlangt Weltruhm...


Die Sedimente der Unteren Kreide (etwa 110 - 125 Mio Jahre) erzählen uns von einer vergleichsweise schnellen Entwicklung. Gondwana, der Riesen-Kontinent  - im Kambrium entstanden - driftet auseinander. Durch die Trennung der Kontinente Australien, Afrika und Südamerika, Antarktika, Madagaskar und Indien, veränderten sich die klimatischen, weil örtlichen Verhältnisse ständig. Der Lebensraum der Fische ebenfalls; Brackwassergebiete verschieben sich dramatisch, Süsswassers-Seen trocknen aus. Nahrung wird knapp. Fisch frisst Fisch...

Die Tatsache,  dass viel später nach der Entdeckung der Fosilienwelt der Santana Formation verwandte Fischfossilien in den Küstenregionen Afrikas gefunden werden, kann die These der Kontinentaldrift nur bestätigen.




Die paläontologischen Funde der Formation sind meist in Knollen förmigen Konkretionen eingebettet, so genannte Geoden, bestehend aus dem damaligen, jetzt versteinerten Schlamm der früheren seichten Seen. Die Geoden wiederum sind im Gestein der Kreidezeit (je nach Fundort Sandstein - Kalkstein - Kiesel) eingeschlossen und werden im Tagebau geborgen. Michael Schwickert ist so oft wie möglich vor Ort in Brasilien, um die Funde sofort zu dokumentieren.












Die Präparation erfolgt dann in der heimischen Werkstatt. Dabei werden die Geoden der teilweise bis zu zwei meter langen Fische zusammen gefügt. Der Präparator muss sich für eine Seite der Bearbeitung entscheiden und schleift dann die Geode bis erste Spuren des Einschlusses zu erkennen sind. Danach beginnt die Zeit raubende  Arbeit, den Fisch mit einem pneumatischen Stichel vom umgebenden Gestein zu befreien.

Besonders hervorzuheben ist, dass Michael Schwickert bei seiner Tätigkeit so autentisch wie möglich vorgeht. Er belässt den Fund in seiner natürlich-ursprünglichen, bestmöglichen Qualität, ohne Fremdstoffe wie z.B. Kunststoff oder Farbe bei der Präparation zu verwenden. Reiner Berufsethos - Nichts zu ergänzen oder übermalen. 

 



 











Der dreidimensionale Erhaltungsgrad der Fossilien und deren liebevolle, detaillierte Aufarbeitung machen diese Fische zu etwas ganz Besonderem. Schwickerts Exponate sind in vielen naturhistorischen Museen und bedeutenden Sammlungen der Welt vertreten. Eine große Ehre für mich, dass ich die wertvollen und aussergewöhnlichen Stücke für meine künstlerischen Arbeiten verwenden kann. Die ersten Exponate sind fertig.....